Was, wenn die Kunden mehr und mehr den Produkten den Rücken zukehren? Sind nicht die Häuser und Wohnung landauf, landab übervoll mit Sachen? Soll man fast neue Dinge immer wieder auf den Müll werfen, um noch neuere zu kaufen?

Gibt es nicht auch die Erlebniswelt, die mehr Erfüllung bringt, etwa ein Wochenende in einer anderen Stadt, ein Konzertbesuch mit Freunden? Die Krise der Kaufhäuser ist ein Zeichen dafür, dass das nackte Produkt den Kunden immer mehr ermüdet. Der Vorfreude auf etwas Neues ist die Ungeduld gewichen. 24h-Lieferung, 12h-Lieferung, 2h-Lieferung, es geht immer mehr darum, den Frust des Wartens zu verkürzen, statt die Vorfreude zu genießen.

Nur das Smartphone schafft es noch, mit neuen Produktvarianten freudige Erwartungen auszulösen. Schon bei der neuen Waschmaschine ist das Wichtigste der Liefertermin. Wieviel leichter fält die Vorfreude z.B. auf ein Konzert der Lieblingsband? Da kommt zur Vorfreude auch noch die Nachfreude, die Erinnerung und die Geschichten, die sich um den Auftritt ranken. Das Produkt verschwindet hinter dem Erlebenis.

Die Produktwelt muss aus der Enge der Kaufhäuser heraus und sich in Erlebnisketten einbetten. Produkte müssen im Erfahrungs-Raum gedacht werden, Dazu gehört Inspiration und eine Innovation im Design-Denken. Dazu gehört aber vor allem eine klare Ausrichtung an der Wahrnehmung der Kunden. Produkte können nicht mehr ohne den Zusammenhang ihrer Nutzung gedacht werden, oder sie fallen irgendwann aus dem Regal. Der Kunde will etwas erleben, und er möchte es möglichst selbst in der Hand haben, wie sich das anfühlt.

Eine Chance für viele kleine, digitalisierte Unternehmen.