Der Zugriff auf persönliche Daten durch Geheimdienste ist eine Art von Diskussion, in der sich der Einzelne als ohnmächtiges Objekt wahrnimmt. Der Zugriff auf persönliche Daten durch Unternehmen ist ein weniger diskutiertes Thema. Es wird in den nächsten 10 Jahren durch die Vernetzung über das ‚Internet of Things‘ vermutlich eine wachsende Dynamik gewinnen und zum Politikum werden. Welchen Einfluss diese Dynamik auf die Datenstrategien in Unternehmen haben werden, kann noch keiner sagen. Werden Unternehmen überhaupt die Hoheit über ihre Kundendaten behalten? Welche Speichertiefe wird akzeptiert sein, wo werden die Grenzen gezogen werden?

Allerdings gibt es eine Strategie in der Digitalen Transformation, die diesen Risiken aus dem Weg geht. Der Kunden muss aus der Objektrolle heraus und Subjekt – der aktive Part der Geschäftsbeziehung – werden. Diese Strategie führt jedoch auch zu Veränderungen in den Sub-Zielen. So verschiebt sich das Ziel der Datenanalyse vom Wissen über den individuellen Kunden auf die dynamische Analyse des Verhaltens von Kundengruppen. Diesen Kundengruppen sollen effiziente Wege durch die Geschäftsbeziehung angeboten werden. Welchen Sie wählen, sollen sie selbst entscheiden. Individualisierung ist Sache des Kunden.

Dies ist vermutlich nicht nur der politisch sicherste Weg, sondern auch der wirtschaftlichste. Denn er ermöglicht es, eine optimale Rollenverteilung zwischen dem Kunden und seinem Lieferanten zu finden. Der Lieferant hat Angebote für Gruppen von Kunden, die sich jeder einzelne Kunde individuell konfiguriert. Beide investieren, um in Interaktion die Leistung zu erbringen, die der subjektiven Qualitätssicht der Kunden entspricht. Mit weniger Aufwand für den Lieferanten und eine bessere Erfahrung für den Kunden. Eine klassische Win-Win Situation und politisch völlig unbedenklich.