Der 50. Superbowl war ganz nebenbei das Zentrum einer Kommunikationsschlacht. Wer bietet vollen Netzzugang für das ganze Stadion und Umgebung? Vor allem T-Mobile und Verizon machten diese Frage zum Maß der Dinge und bauten sich selbst als die Gladiatoren auf. Wer hat am Ende gewonnen? Die Besucher. Denn aus der Sicht der Besucher gab es auf allen Kanälen alles, was das Herz begehrt: unlimitierten Handy-Zugang, von TV-Streaming über soziale Medien, bis zu Voice-Diensten jeder Art.

Die eigentliche News dabei ist aber, was der technisch enthemmte User denn mit seiner neuen Freiheit macht? Ein erstes Bild verdichtet sich bei der Betrachtung der Daten. Der Besucher eines Events lebt mit ‘geteiltem Bildschirm’. Einerseits sieht er aufs Spielfeld, andererseits auf sein Gerät, drittens auf die großen Stadion-Screens, manchmal hin-und hergerissen durch wogende Werbekampagnen, die sich integriert oder parallel über alle Kanäle ergießen.

Aber er bleibt keinesfalls passiv. Der Superbowl-Besucher verarbeitet laufend das Geschehen, nur um seinen Eindruck seiner Community mitzuteilen. Seine Präsenz ist eine geteilte und das eigentliche Event wird nur zu einem Anlass für den Austausch mit den eigenen Zielgruppen. Der Besucher wird vom reinen Rezeptor zu einem Transformator.

Was können wir davon mitnehmen? Kunden zu aktivieren ist keine Frage der Überredungskunst, sondern eine Sache, die einer natürlichen Entwicklung gleicht, solange der Kunde sein eigenes Interesse verfolgen kann. Im Gegenteil, mit der zunehmenden medialen Emanzipation erwartet der Kunde, als aktiver Part ernstgenommen zu werden. Er ist genauso Produzent wie er Konsument ist. Beides ist kein Widerspruch mehr, sondern eine Einheit. Die Zukunft ist nicht mehr B2C, sie ist C2B.